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Cluster Elektronische & elektrotechnische Komponenten (EE) minimieren 


Gliederung des Clusters

  • Elektronik und Sensorik
  • Elektrotechnik
  • Energietechnik
  • Elektromechanische Bauteile
  • Halbleiterhersteller und Zulieferer
  • Zulieferer und Dienstleister
  • Forschung, Ausbildung und unterstützende Einrichtungen

 

Verbindungen zu anderen Clustern

Hersteller von Sensoren und Sensorsystemen sind ebenfalls dem Cluster und der Wertschöpfungskette Elektronik und elektrotechnische Komponenten zugeordnet.

Einige Firmen haben enge Lieferbeziehungen zu anderen Unternehmen aus der Region, die sich zum Teil auf gemeinsame Entwicklungen erstrecken. Dabei ist bei der Produktentwicklung oftmals ein in Ostbayern ansässiges Unternehmen der kunststoffverarbeitenden Industrie eingebunden - viele elektronische und elektromechanische Bauteile werden durch ein Gehäuse aus Kunststoff geschützt.

Eine wichtige Rolle für den Wirtschaftszweig spielen die in Ostbayern ansässigen Sondermaschinenbauer, von denen Elektronikfirmen ihre Anlagen beziehen. Auch hier kooperieren manche Unternehmen, um den Produktionsprozess schon in die Produktentwicklung mit einzubinden. Beispiele für enge Zusammenarbeit zwischen diesen Clustern finden sich unter anderem im Halbleiterbereich und bei allen Arten von Handlingmaschinen.

Zahlreiche Elektronikunternehmen aus der Region sind Zulieferer der ersten und zweiten Stufe der Automobilhersteller und damit wichtige Partner. Die meisten Elektronikfirmen sind nicht zu 100 Prozent auf den Automobilbereich ausgerichtet, sondern bedienen mehrere Märkte. Bereits heute kommen rund 90% der Innovationen im Automobilbau aus der Elektronik.

Aus der Informationstechnologie gibt es Zulieferer für spezialisierte Software z.B. für Steuerungen und Prozessoptimierung, zudem werden die üblichen Dienstleistungen wie Webdesign nachgefragt.

Zusammenarbeit ist auch mit der Biotechnologie zu beobachten, das Synergiepotenzial ist erheblich. Vielversprechende Möglichkeiten ergeben sich beispielsweise in der Sensortechnik, dem Bau von Analysegeräten und in bestimmten Bereichen der Chiptechnologie. 

 

Produkte des Clusters

  • Halbleiter (Logikchips, optoelektronische Halbleiter)
  • Sensoren, Steuerungen, Messtechnik 
  • Energietechnik (Transformatoren und Hochleistungsschalter) 
  • Elektronische Komponenten für Automobil-, Kommunikations-, Hausgeräte-, Umwelttechnik 
  • Endprodukte (Notebooks, Tastaturen, Audio-Systeme)

Leitbetriebe

  • Infineon Technologies, Osram Opto Semiconductors 
  • Continental Automotive Group, Siemens A&D CD, A&D AS und EWA (Amberg, Cham), InTiCom Systems 
  • EMV-Bereich: emitel, Mikes, Senton
  • Areva Sachsenwerk, Maschinenfabrik Reinhausen, Starkstrom-Gerätebau 
  • Elektromanufaktur Zangenstein, Zollner Elektronik, F.EE 
  • Cherry, Harman/ Becker

Geographische Schwerpunkte

  • breite Streuung im gesamten Untersuchungsgebiet; auch große Unternehmen außerhalb der Oberzentren 
  • Energietechnik konzentriert im Stadtgebiet Regensburg 
  • weltweit höchste räumliche Konzentration von EMV-Laboren (Messungen elektromagnetischer Verträglichkeit) im Raum Straßkirchen/ Straubing
  • Halbleiterproduktion schwerpunktmäßig im Raum Regensburg 
  • elektromechanische Bauelemente, Steuerungen und Schalter in Amberg/ Cham 

Struktur des Clusters

  • kein einzelner dominanter Leitbetrieb, sondern mehrere gleichrangige Unternehmen in unterschiedlichen Sparten; auch unter den mittelgroßen Unternehmen mehrere Weltmarktführer 
  • keine ausgeprägten Zulieferpyramiden; teilweise hohe Fertigungstiefe 
  • Kombination von Mechanik, Elektronik und Informatik (Mechatronik) in der Region besonders ausgeprägt 
  • Nebeneinander von alteingesessenen und neuen Firmen 
  • Sogeffekt renommierter Unternehmen  

Kooperationen

  • im Bereich Energietechnik Austausch und Zusammenarbeit in bestimmten Gebieten 
  • in den anderen Bereichen/ Kategorien horizontale Kooperationen weniger ausgeprägt 
  • enge Zulieferverbindungen und gemeinsame Entwicklungen 
  • Produktentwicklung zunehmend vor Ort 
  • noch stärkere Bedeutung logistischer Abstimmung  

Entwicklungstendenzen

  • expandierende Märkte durch wachsende Bedeutung elektronischer Komponenten
  • zunehmendes Outsourcing 
  • Existenzgründer - und auch Ausgründungen aus bestehenden Unternehmen - übernehmen Produktion von Komponenten und Teilen 
  • Entwicklung der Zulieferer hin zu Systemlieferanten  

Clusterrelevante Links

 

Detailinformationen: Struktur des Clusters Elektronische und elektrotechnische Komponenten

Die ostbayerischen Elektrotechnik- und Elektronikfirmen decken traditionell ein breites Produktspektrum ab, das heute von Automobil-, Kommunikations-, Hausgeräte-, Umwelt- und Messtechnik bis hin zu Sensoren, Konsum- und Industrieelektronik reicht. Hierbei handelt es sich um Märkte, die in den vergangenen Jahren in der Tendenz stark expandierten, zum Teil aber eine hohe Volatilität aufwiesen. Generell wächst die Bedeutung der Elektronik beständig, was u.a. darin begründet liegt, dass alle Arten von Gütern mit einer Vielzahl elektronisch gesteuerter Funktionen ausgestattet werden. Schwerpunktmäßig werden in der Region Systeme, Komponenten und Vorprodukte für die genannten Bereiche gefertigt. In der Region entwickelte und hergestellte Produkte für den privaten Endverbraucher sind z.B. Hausgeräte, Tastaturen, Telekommunikations- und Audiosysteme. Die meisten Unternehmen der Untersuchungsregion sind jedoch keine Endprodukthersteller, sondern Zulieferer.

Bei vielen Firmen handelt es sich um alteingesessene (z.T. ehemalige) Familienbetriebe, die im Laufe der Jahrzehnte stark gewachsen sind, sich spezialisiert und eine führende Position in ihren Märkten und Nischen erarbeitet haben. Einige international bekannte Unternehmen und Weltmarktführer haben ihre Zentrale weiterhin in der Region und unterhalten von hier aus ein weltweites Netz von Niederlassungen. Zudem eröffneten - in den letzten 20 Jahren verstärkt - Großkonzerne v.a. aus dem Bereich Elektronik Standorte in Ostbayern.

Der Sogeffekt, der von renommierten Unternehmen ausgeht, ist auch für kleinere Betriebe spürbar. Zum einen werden durch die auch subjektiv steigende Attraktivität des Arbeitsumfeldes Fachkräfte von außen angezogen, die mittlerweile in der Region knapp werden. Zum anderen ist eine vergleichsweise hohe Gründungsaktivität bei Produktions- und Dienstleistungsunternehmen zu beobachten. Auch wurde an den jungen ostbayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften Amberg-Weiden und Deggendorf jeweils der Fachbereich Elektrotechnik mit entsprechenden Ausbildungsinhalten eingerichtet. Zusammen mit den an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Regensburg in diesem Bereich bestehenden Forschungs- und Ausbildungskapazitäten entsteht ein hohes Potenzial. Der in der Region traditionell vorhandene spezialisierte Arbeitsmarkt von Elektrotechnikern und Elektronikern wird dadurch noch deutlich ausgeweitet und durch neue bedarfsgerechte Qualifikationsmöglichkeiten ergänzt.

Die Stadt Regensburg weist mit drei wichtigen Herstellern (Areva Sachsenwerk, Maschinenfabrik Reinhausen, Starkstrom-Gerätebau) seit Jahrzehnten einen Schwerpunkt in der Energietechnik auf. Trotz einer Konkurrenzsituation auf Teilmärkten koordinieren diese Unternehmen einige ihrer Aktivitäten und arbeiten auf bestimmten Gebieten zusammen.

Die weltweit stärkste räumliche Konzentration von EMV-Laboren – und damit die höchste Mitarbeiterdichte – findet sich in der Region Straßkirchen-Straubing. Messungen der elektromagnetischen Verträglichkeit wurden in den ’90er Jahren aufgrund neuer gesetzlicher Regelungen und EU-Direktiven zunehmend gefordert – das erste deutsche EMV-Unternehmen wurde in Straubing gegründet. Weitere entstanden im Umfeld und sind nun auf verschiedene Bereiche spezialisiert. Akteure sind in den Prozess der Normenfestlegung eingebunden. Generell eignen sich Räume wie z.B. der Gäuboden gut als EMV-Standort, da Außen- bzw. Abstrahlungsmessungen am einfachsten in wenig dicht besiedelten Gegenden mit wenig störenden Einflüssen durchgeführt werden können.

Die Halbleiterindustrie ist in der Region ebenfalls stark vertreten. Mit Infineon und Osram Opto Semiconductors haben namhafte Chipproduzenten ihren Sitz in Ostbayern, SiC stellt Halbleiter-Vorprodukte her. Das bestehende Netzwerk wird wesentlich gestützt durch Firmen wie Astec Halbleitertechnologie, Geringer und Mühlbauer High-Tech International, die auf die Konstruktion von entsprechenden Sondermaschinen und Backend-Produktionsanlagen spezialisiert sind. Zudem finden sich zahlreiche Verarbeiter der Halbleiterprodukte direkt vor Ort. Enge horizontale und vertikale Zusammenarbeit prägt das Verhältnis dieser mit Halbleitertechnologie befassten Firmen, die auch in die weitere Region und ihre Hochschulen eingebunden sind.

Mechatronik

Wegen der starken Stellung des Verarbeitenden Gewerbes ist die Mechatronik, die Wissen aus der Mechanik und Elektronik mit Informatik kombiniert, für die Region von großer Bedeutung. Ein entsprechend ausgebildeter "Generalist der Systeme", der den Überblick über komplexe Anlagen und Maschinen hat, kann typischerweise eingesetzt werden in der Automatisierungstechnik und Robotik, der Fahrzeug- und Automobiltechnik, im Bereich der Sensor- und Aktortechnik, der Computer- und Informationstechnik, in Mikromechanik und Mikrosystemtechnik, der Werkstoff- und Feinwerktechnik sowie der Bio- und Medizintechnik.

Der Landkreis Cham, in dem allein zwischen 6.000 und 8.000 Arbeitskräfte in diesem zukunftsorientierten Bereich beschäftigt sind, unterstützt diese Spezialisierung zum Mechatroniker durch ein entsprechendes Kompetenzzentrum. In diesem werden zahlreiche Unternehmen verschiedener Ausrichtungen zusammengeführt und auch zentrale Ausbildungseinrichtungen Ostbayerns miteinbezogen. Wichtige Impulse gehen im Landkreis von den Firmen Zollner, Mühlbauer und ROI aus. Außerhalb von Cham sind besonders die Firmen emz, Siemens Amberg, Grammer und Harman zu nennen.

Entwicklungstendenzen

Neben den von außerhalb der Region zuwandernden Firmen gibt es im Umfeld der bestehenden (Groß-) Unternehmen zahlreiche Neugründungen. Zum Teil übernehmen Mitarbeiter Produktionsanlagen und spezialisieren sich auf die Herstellung und Konstruktion der jeweiligen Teile - dabei werden sie oftmals von den Arbeitgebern unterstützt, wenn sich diese Ausgründungen mit den Outsourcing-Bestrebungen der Unternehmen überschneiden. In diesen Fällen sind die ehemaligen Arbeitgeber auch meistens die ersten größeren Kunden, erst nach und nach weiten sich die Aktivitäten der Existenzgründer auf andere Bereiche aus.

Auch Dienstleister wie Ingenieur- und Planungsbüros, Softwareentwickler, Projektmanagement- und Industrialisierungsdienstleister oder Anbieter von Messleistungen kommen aus den bestehenden Unternehmen ebenso wie aus den Hochschulen. Anlass zur Existenzgründung sind unter anderem Entwicklungsaufträge, die sich in weitere Produkte umsetzen lassen.

Viele der in der Region ansässigen Elektro- und Elektronikfirmen – insbesondere die Energietechnikunternehmen – weisen eine hohe Fertigungstiefe auf. Es besteht aber generell eine Tendenz zum Outsourcing, die sich in Zukunft noch verstärken könnte. Dazu werden verlässliche Zulieferer mit Entwicklungskompetenz gesucht. Räumliche Nähe wird gerade bei enger Zusammenarbeit begrüßt, ist allerdings keine zwingende Voraussetzung. Diese Nähe ist auch von Vorteil bei der hier zu findenden Lohnfertigung, die in der Regel in der Region verbleibt.

Die Auslagerung von Produktionsbereichen wird nicht zuletzt auch deshalb angestrebt, weil wichtige Kunden die Entwicklung ihrer Zulieferer hin zum Systemlieferanten fordern. Dieser Trend ist vergleichbar mit den Veränderungen in der Automobilindustrie: Teilbereiche der Konstruktion und Produktion der Hersteller werden ausgelagert, es entstehen engere Lieferverbindungen, die Kundenbindung nimmt zu. Zudem sind Konzentrationsprozesse zu beobachten. Um Systemlieferant zu werden, benötigt ein Unternehmen wiederum die passenden Partner für Entwicklung, Kooperation und Auslagerung. Bei vielen mittelständischen Unternehmen bestehen hierbei noch Berührungsängste, da die Grenzen zwischen Wettbewerber und Zulieferer bzw. Kooperationspartner immer mehr verschwinden. Allerdings nimmt die Offenheit durch wachsenden Druck zu.


Gliederung des Clusters

  • Elektronik und Sensorik
  • Elektrotechnik
  • Energietechnik
  • Elektromechanische Bauteile
  • Halbleiterhersteller und Zulieferer
  • Zulieferer und Dienstleister
  • Forschung, Ausbildung und unterstützende Einrichtungen

 

Verbindungen zu anderen Clustern

Hersteller von Sensoren und Sensorsystemen sind ebenfalls dem Cluster und der Wertschöpfungskette Elektronik und elektrotechnische Komponenten zugeordnet.

Einige Firmen haben enge Lieferbeziehungen zu anderen Unternehmen aus der Region, die sich zum Teil auf gemeinsame Entwicklungen erstrecken. Dabei ist bei der Produktentwicklung oftmals ein in Ostbayern ansässiges Unternehmen der kunststoffverarbeitenden Industrie eingebunden - viele elektronische und elektromechanische Bauteile werden durch ein Gehäuse aus Kunststoff geschützt.

Eine wichtige Rolle für den Wirtschaftszweig spielen die in Ostbayern ansässigen Sondermaschinenbauer, von denen Elektronikfirmen ihre Anlagen beziehen. Auch hier kooperieren manche Unternehmen, um den Produktionsprozess schon in die Produktentwicklung mit einzubinden. Beispiele für enge Zusammenarbeit zwischen diesen Clustern finden sich unter anderem im Halbleiterbereich und bei allen Arten von Handlingmaschinen.

Zahlreiche Elektronikunternehmen aus der Region sind Zulieferer der ersten und zweiten Stufe der Automobilhersteller und damit wichtige Partner. Die meisten Elektronikfirmen sind nicht zu 100 Prozent auf den Automobilbereich ausgerichtet, sondern bedienen mehrere Märkte. Bereits heute kommen rund 90% der Innovationen im Automobilbau aus der Elektronik.

Aus der Informationstechnologie gibt es Zulieferer für spezialisierte Software z.B. für Steuerungen und Prozessoptimierung, zudem werden die üblichen Dienstleistungen wie Webdesign nachgefragt.

Zusammenarbeit ist auch mit der Biotechnologie zu beobachten, das Synergiepotenzial ist erheblich. Vielversprechende Möglichkeiten ergeben sich beispielsweise in der Sensortechnik, dem Bau von Analysegeräten und in bestimmten Bereichen der Chiptechnologie. 

 

Produkte des Clusters

  • Halbleiter (Logikchips, optoelektronische Halbleiter)
  • Sensoren, Steuerungen, Messtechnik 
  • Energietechnik (Transformatoren und Hochleistungsschalter) 
  • Elektronische Komponenten für Automobil-, Kommunikations-, Hausgeräte-, Umwelttechnik 
  • Endprodukte (Notebooks, Tastaturen, Audio-Systeme)

Leitbetriebe

  • Infineon Technologies, Osram Opto Semiconductors 
  • Continental Automotive Group, Siemens A&D CD, A&D AS und EWA (Amberg, Cham), InTiCom Systems 
  • EMV-Bereich: emitel, Mikes, Senton
  • Areva Sachsenwerk, Maschinenfabrik Reinhausen, Starkstrom-Gerätebau 
  • Elektromanufaktur Zangenstein, Zollner Elektronik, F.EE 
  • Cherry, Harman/ Becker

Geographische Schwerpunkte

  • breite Streuung im gesamten Untersuchungsgebiet; auch große Unternehmen außerhalb der Oberzentren 
  • Energietechnik konzentriert im Stadtgebiet Regensburg 
  • weltweit höchste räumliche Konzentration von EMV-Laboren (Messungen elektromagnetischer Verträglichkeit) im Raum Straßkirchen/ Straubing
  • Halbleiterproduktion schwerpunktmäßig im Raum Regensburg 
  • elektromechanische Bauelemente, Steuerungen und Schalter in Amberg/ Cham 

Struktur des Clusters

  • kein einzelner dominanter Leitbetrieb, sondern mehrere gleichrangige Unternehmen in unterschiedlichen Sparten; auch unter den mittelgroßen Unternehmen mehrere Weltmarktführer 
  • keine ausgeprägten Zulieferpyramiden; teilweise hohe Fertigungstiefe 
  • Kombination von Mechanik, Elektronik und Informatik (Mechatronik) in der Region besonders ausgeprägt 
  • Nebeneinander von alteingesessenen und neuen Firmen 
  • Sogeffekt renommierter Unternehmen  

Kooperationen

  • im Bereich Energietechnik Austausch und Zusammenarbeit in bestimmten Gebieten 
  • in den anderen Bereichen/ Kategorien horizontale Kooperationen weniger ausgeprägt 
  • enge Zulieferverbindungen und gemeinsame Entwicklungen 
  • Produktentwicklung zunehmend vor Ort 
  • noch stärkere Bedeutung logistischer Abstimmung  

Entwicklungstendenzen

  • expandierende Märkte durch wachsende Bedeutung elektronischer Komponenten
  • zunehmendes Outsourcing 
  • Existenzgründer - und auch Ausgründungen aus bestehenden Unternehmen - übernehmen Produktion von Komponenten und Teilen 
  • Entwicklung der Zulieferer hin zu Systemlieferanten  

Clusterrelevante Links

 

Detailinformationen: Struktur des Clusters Elektronische und elektrotechnische Komponenten

Die ostbayerischen Elektrotechnik- und Elektronikfirmen decken traditionell ein breites Produktspektrum ab, das heute von Automobil-, Kommunikations-, Hausgeräte-, Umwelt- und Messtechnik bis hin zu Sensoren, Konsum- und Industrieelektronik reicht. Hierbei handelt es sich um Märkte, die in den vergangenen Jahren in der Tendenz stark expandierten, zum Teil aber eine hohe Volatilität aufwiesen. Generell wächst die Bedeutung der Elektronik beständig, was u.a. darin begründet liegt, dass alle Arten von Gütern mit einer Vielzahl elektronisch gesteuerter Funktionen ausgestattet werden. Schwerpunktmäßig werden in der Region Systeme, Komponenten und Vorprodukte für die genannten Bereiche gefertigt. In der Region entwickelte und hergestellte Produkte für den privaten Endverbraucher sind z.B. Hausgeräte, Tastaturen, Telekommunikations- und Audiosysteme. Die meisten Unternehmen der Untersuchungsregion sind jedoch keine Endprodukthersteller, sondern Zulieferer.

Bei vielen Firmen handelt es sich um alteingesessene (z.T. ehemalige) Familienbetriebe, die im Laufe der Jahrzehnte stark gewachsen sind, sich spezialisiert und eine führende Position in ihren Märkten und Nischen erarbeitet haben. Einige international bekannte Unternehmen und Weltmarktführer haben ihre Zentrale weiterhin in der Region und unterhalten von hier aus ein weltweites Netz von Niederlassungen. Zudem eröffneten - in den letzten 20 Jahren verstärkt - Großkonzerne v.a. aus dem Bereich Elektronik Standorte in Ostbayern.

Der Sogeffekt, der von renommierten Unternehmen ausgeht, ist auch für kleinere Betriebe spürbar. Zum einen werden durch die auch subjektiv steigende Attraktivität des Arbeitsumfeldes Fachkräfte von außen angezogen, die mittlerweile in der Region knapp werden. Zum anderen ist eine vergleichsweise hohe Gründungsaktivität bei Produktions- und Dienstleistungsunternehmen zu beobachten. Auch wurde an den jungen ostbayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften Amberg-Weiden und Deggendorf jeweils der Fachbereich Elektrotechnik mit entsprechenden Ausbildungsinhalten eingerichtet. Zusammen mit den an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Regensburg in diesem Bereich bestehenden Forschungs- und Ausbildungskapazitäten entsteht ein hohes Potenzial. Der in der Region traditionell vorhandene spezialisierte Arbeitsmarkt von Elektrotechnikern und Elektronikern wird dadurch noch deutlich ausgeweitet und durch neue bedarfsgerechte Qualifikationsmöglichkeiten ergänzt.

Die Stadt Regensburg weist mit drei wichtigen Herstellern (Areva Sachsenwerk, Maschinenfabrik Reinhausen, Starkstrom-Gerätebau) seit Jahrzehnten einen Schwerpunkt in der Energietechnik auf. Trotz einer Konkurrenzsituation auf Teilmärkten koordinieren diese Unternehmen einige ihrer Aktivitäten und arbeiten auf bestimmten Gebieten zusammen.

Die weltweit stärkste räumliche Konzentration von EMV-Laboren – und damit die höchste Mitarbeiterdichte – findet sich in der Region Straßkirchen-Straubing. Messungen der elektromagnetischen Verträglichkeit wurden in den ’90er Jahren aufgrund neuer gesetzlicher Regelungen und EU-Direktiven zunehmend gefordert – das erste deutsche EMV-Unternehmen wurde in Straubing gegründet. Weitere entstanden im Umfeld und sind nun auf verschiedene Bereiche spezialisiert. Akteure sind in den Prozess der Normenfestlegung eingebunden. Generell eignen sich Räume wie z.B. der Gäuboden gut als EMV-Standort, da Außen- bzw. Abstrahlungsmessungen am einfachsten in wenig dicht besiedelten Gegenden mit wenig störenden Einflüssen durchgeführt werden können.

Die Halbleiterindustrie ist in der Region ebenfalls stark vertreten. Mit Infineon und Osram Opto Semiconductors haben namhafte Chipproduzenten ihren Sitz in Ostbayern, SiC stellt Halbleiter-Vorprodukte her. Das bestehende Netzwerk wird wesentlich gestützt durch Firmen wie Astec Halbleitertechnologie, Geringer und Mühlbauer High-Tech International, die auf die Konstruktion von entsprechenden Sondermaschinen und Backend-Produktionsanlagen spezialisiert sind. Zudem finden sich zahlreiche Verarbeiter der Halbleiterprodukte direkt vor Ort. Enge horizontale und vertikale Zusammenarbeit prägt das Verhältnis dieser mit Halbleitertechnologie befassten Firmen, die auch in die weitere Region und ihre Hochschulen eingebunden sind.

Mechatronik

Wegen der starken Stellung des Verarbeitenden Gewerbes ist die Mechatronik, die Wissen aus der Mechanik und Elektronik mit Informatik kombiniert, für die Region von großer Bedeutung. Ein entsprechend ausgebildeter "Generalist der Systeme", der den Überblick über komplexe Anlagen und Maschinen hat, kann typischerweise eingesetzt werden in der Automatisierungstechnik und Robotik, der Fahrzeug- und Automobiltechnik, im Bereich der Sensor- und Aktortechnik, der Computer- und Informationstechnik, in Mikromechanik und Mikrosystemtechnik, der Werkstoff- und Feinwerktechnik sowie der Bio- und Medizintechnik.

Der Landkreis Cham, in dem allein zwischen 6.000 und 8.000 Arbeitskräfte in diesem zukunftsorientierten Bereich beschäftigt sind, unterstützt diese Spezialisierung zum Mechatroniker durch ein entsprechendes Kompetenzzentrum. In diesem werden zahlreiche Unternehmen verschiedener Ausrichtungen zusammengeführt und auch zentrale Ausbildungseinrichtungen Ostbayerns miteinbezogen. Wichtige Impulse gehen im Landkreis von den Firmen Zollner, Mühlbauer und ROI aus. Außerhalb von Cham sind besonders die Firmen emz, Siemens Amberg, Grammer und Harman zu nennen.

Entwicklungstendenzen

Neben den von außerhalb der Region zuwandernden Firmen gibt es im Umfeld der bestehenden (Groß-) Unternehmen zahlreiche Neugründungen. Zum Teil übernehmen Mitarbeiter Produktionsanlagen und spezialisieren sich auf die Herstellung und Konstruktion der jeweiligen Teile - dabei werden sie oftmals von den Arbeitgebern unterstützt, wenn sich diese Ausgründungen mit den Outsourcing-Bestrebungen der Unternehmen überschneiden. In diesen Fällen sind die ehemaligen Arbeitgeber auch meistens die ersten größeren Kunden, erst nach und nach weiten sich die Aktivitäten der Existenzgründer auf andere Bereiche aus.

Auch Dienstleister wie Ingenieur- und Planungsbüros, Softwareentwickler, Projektmanagement- und Industrialisierungsdienstleister oder Anbieter von Messleistungen kommen aus den bestehenden Unternehmen ebenso wie aus den Hochschulen. Anlass zur Existenzgründung sind unter anderem Entwicklungsaufträge, die sich in weitere Produkte umsetzen lassen.

Viele der in der Region ansässigen Elektro- und Elektronikfirmen – insbesondere die Energietechnikunternehmen – weisen eine hohe Fertigungstiefe auf. Es besteht aber generell eine Tendenz zum Outsourcing, die sich in Zukunft noch verstärken könnte. Dazu werden verlässliche Zulieferer mit Entwicklungskompetenz gesucht. Räumliche Nähe wird gerade bei enger Zusammenarbeit begrüßt, ist allerdings keine zwingende Voraussetzung. Diese Nähe ist auch von Vorteil bei der hier zu findenden Lohnfertigung, die in der Regel in der Region verbleibt.

Die Auslagerung von Produktionsbereichen wird nicht zuletzt auch deshalb angestrebt, weil wichtige Kunden die Entwicklung ihrer Zulieferer hin zum Systemlieferanten fordern. Dieser Trend ist vergleichbar mit den Veränderungen in der Automobilindustrie: Teilbereiche der Konstruktion und Produktion der Hersteller werden ausgelagert, es entstehen engere Lieferverbindungen, die Kundenbindung nimmt zu. Zudem sind Konzentrationsprozesse zu beobachten. Um Systemlieferant zu werden, benötigt ein Unternehmen wiederum die passenden Partner für Entwicklung, Kooperation und Auslagerung. Bei vielen mittelständischen Unternehmen bestehen hierbei noch Berührungsängste, da die Grenzen zwischen Wettbewerber und Zulieferer bzw. Kooperationspartner immer mehr verschwinden. Allerdings nimmt die Offenheit durch wachsenden Druck zu.


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